An jeder Ecke bekommt man inzwischen Kundenkarten. Doch die Plastik-Karte mit den vielen Leistungen schafft noch keine Bindung. Viele solche Programme verfehlen die Ziele, weil diese nicht klar definiert sind. Wenn die echten Bedürfnisse der Kunden nicht erkannt sind, ist das Programm zum Scheitern verurteilt.

Ein Ziel der Kundenkarten ist es, seine Kunden besser kennen zu lernen und somit zu segmentieren. Der Kunde soll ganz individuelle, also seinen Bedürfnissen entsprechende, Angebote erhalten. Hier spielen somit das Kundenwissen die bedeutenste Rolle, und diese Information muss der Benutzer des Kundenbindungssystem von sich preisgeben.
Ein großes Problem ist, dass oft die erhobenen Daten nicht effektiv genutzt werden. Nach einer Studie der Uni Essen setzen 60 Prozent von 32 Handelsunternehmen Kundenkarten ein, aber nur 25 Prozent werten diese Daten auch sinnvoll aus.
Ist der Kunde einmal bereit gewesen, einen Einblick in sein Privatleben zu geben, dann will er auch das Gefühl haben, dies nicht umsonst getan zu haben. Werden diese Daten dann gar nicht verwendet, kann dies als Vertrauensbruch gewertet werden.

Hat ein Unternehmen nicht die Möglichkeit, die Daten effektiv auszuwerten und zu verwerten, möchte es aber trotzdem ein Mittel der Kundenbindung einsetzen, bleibt hier noch die anonyme Treue-Karte. Bonuspunkte, die bei jedem Kauf die auf die Karte geklebt oder abgestempelt werden, sind eine kostengünstige Variante, die aber keine gezielte Marktbearbeitung erlaubt. Wichtig dabei ist, dass die Prämien auch erreichbar und ansprechend sein müssen. Mit einer Vergütung von 1,00 € nach dem Kauf von 20 Artikeln kann man heute wohl keinen Kunden mehr dazu bewegen, sich an das Unternehmen zu binden. Utopische Punkte-Systeme, für deren Erreichung unrealistische Umsätze gemacht werden müssen, haben die gleich Wirkung: Einfach verpufft im Nichts.

Eine weitere Möglichkeit, Kundenkarten einzusetzen, wenn die Mittel zur eigenen Entwicklung nicht reichen, ist die Kooperation mit anderen Unternehmen oder ggfs. die Anbindung an bestehenden Karten.

Bei allen Maßnahmen ist zu beachten, dass es mit der Entwicklung und Einführung der Karte nicht getan ist. Der Kunde muss weiter betreut werden. Bei jedem Kontakt einen optimalen und relevanten Eindruck machen, das ist das Ziel dieses Kundenbindungsprogrammes.

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