Wenige Sekunden müssen ausreichen, um den Empfänger eines Mailings anzusprechen. Nur zwei Sekunden nimmt sich der Adressat die Zeit, um über Lesen oder Nichtlesen zu entscheiden.

Pro Sekunde registiert der Leser fünf Haltepunkte - somit hängt von 10 Blickpunkten ab, ob das Mailing mehr Beachtung findet. Oder im Papierkorb landet.

Seit den 80 Jahren untersucht Professor Siegfried Vögele die Wahrnehmung von Werbebriefen. Sein Name ist verbunden mit der “Augenkamera”, sein Instrument für die Untersuchungen. Aus dem vielen Studien sind folgende Schlussfolgerungen entstanden:

Auf Headlines, Grafiken, Unterstreichungen und andere Haltepunkte darf in keiner Werbepost verzichtet werden. “Bilder sagen mehr als 1000 Worte”, vor allem in zwei Sekunden. Der Adressat muss somit in seinem zwei Sekunden viel sehen können, um Interesse zu bekommen. Und wenn er im Stress ist, dann gibt er einem Mailing sogar nur eine Sekunde Zeit.

Und worauf springt der Empfänger nun mehr an - was erregt seine Aufmerksamkeit? Die Reihenfolge der Werbewirkung sind nach den Untersuchungen von Siegfried Vögele folgende:

Bilder:
• Große Bilder vor kleinen Bildern
• Farbige Bilder vor schwarz-weiß
• Warme Farbtöne vor kalten Farbtönen
• Grelle oder sehr dunkle Farbtöne vor mittleren
• Bild-Sequenzen vor Einzelbildern
• Menschen vor Produkten
• Kinder vor Erwachsenen
• Viele Menschen vor wenigen Menschen
• Action vor Ruhe
• Porträts vor Ganz-Aufnahmen
• Auge vor Porträt
• Tiere vor Pflanzen
• Senkrechte Flächen vor waagerechten Flächen
• Diagonale Flächen vor senkrechten Flächen
• Kreisflächen vor rechteckigen Flächen

Headlines:
• Große Headlines vor kleinen
• Kurze Headlines vor mehrzeiligen
• Positive Schrift (schwarz auf weiß) vor negativer
• Groß-klein-Schreibweise vor Versalien
• Unterstrichene Textstellen vor nicht unterstrichenen
• Kurze Wörter in den Headlines vor langen
• Einfache Wörter in den Headlines vor komplizierten Fachwörtern

Bei allem ist zu beachten. Die Gestaltungselemente sind entscheidend, ob die Werbepost gelesen wird. Ob dann aber auch gekauft wird, hängt von der Botschaft und vom Produkt ab.

Daher ist ganz wichtig: Vor der Erstellung eines Mailings müssen sich die Versenden fünf bis zehn der wichtigsten Vorteile zusammenstellen. Und dann überlegen, wie man diese am besten rausstellen kann. Der umgekehrte Weg ist bestimmt falsch: Nicht erst ein tolles, designorientiertes Mailing entwerfen und dann gucken, wie die Botschaft am besten eingebaut werden kann.

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