Abends in deutschen Wohnzimmern: Mit einem Glas Wein vorm Fernseher gemütlich gemacht, mit Vorfreude auf einen schönen Film … da klingelt das Telefon. Eine Computerstimme verrät einem, dass man zu den glücklichen Auserwählten gehört, die eine Reise gewinnen können.

Genau diese ungewollten Anrufe sind der Grund, warum Dialogmarketing in der Wahrnehmung des Verbrauchers als weniger positiv angesehen wird. Und das sehen auch 53 Prozent der 2006 Befragten Mitglieder des Dialog Marketing Verbands (DDV) so. Und das, obwohl sie allesamt Anwender und Anbieter von Direktmarketingmaßnahmen sind.  Doch gutes Direktmarketing kann mehr, als Postfächer und Briefkästen mit Werbebotschaften zu überschwemmen und die Bevölkerung mit lästigen Anrufen in den Abendstunden zu nerven. “Das Direktmarketing hat eindeutig ein negatives Image, da müssen noch sehr daran arbeiten, denn die Branche ist besser als ihr Ruf”. Das ist die Meinung von Kerstin Plehwe, Geschäftsführerin der Hamburger Initiative Prodialog.

Das Direktmarketing mehr an Fahrt gewinnt, liegt an der Umschichtung der Werbebugdets. Viele Unternehmen versprechen sich vom Dialog mit dem Einzelnen mehr als von anonymer Massenkommunikation. Große Markenartikler z. B. versuchen zunehmend, die Kunden in direkter Kommunikation zu erreichen, um diese zu identifizieren und analyiseren: Wer ist eigentlich mein Kunde, wie kann ich meine Kunden besser erreichen.

Die Aufwendungen für Dialogmarketing sind nach wie vor gewaltig, auch wenn die Studie “Direktmarketing in Deutschland 2006″ bei den Ausgaben 2005 einen leichten Rückgang verbucht. 2005 wurden 31,7 Milliarden Euro investiert, 2004 waren es noch 32 Milliarden. Doch trotzdem sind die Durchschnittsausgaben für Direktmarketing mit 30.300 Euro pro Unternehmen leicht gestiegen.

57 Prozent der Befragten des Dialogmarketingbarometers gehen davon aus, dass die Investionen im Direktmarketing weiter steigen werden. Dabei sind die sich am besten entwickelten Kanäle neben den klassischen Mailing vor allem das Internet, Email-Marketing und Mobile Marketing. Der Trend zu erfolgsorientierter, messbarer Werbung steigt, so Michael Baumbach, Geschäftsführer AZ Direct. Hierzu zähle besonders die Online-Werbung.  Baumbach sieht eine Verlagerung der klassischen Direkt-Marketing-Maßnahmen hin zum Email-Marketing, da über das Internet sowohl B2B-Kunden sowie Privatleute problemlos erreicht werden können. Dennoch behält nach seiner Aussage die klassische Werbung ihren festen Platz im Medienmix.

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