Zugehört - Radiowerbung gerade für den Mittelstand interessant
Geschrieben von: Renate in Marketing allgemein, Werbung | wong it!In Zeiten von Web 2.0, vielen neuen Medien, Guerilla-Marketing rücken die klassischen Werbeformen schnell in den Hintergrund. Aber sie sollten nicht in Vergessenheit gerade, denn gerade für kleine und mittelständische Unternehmen können diese - wie z. B. Radiowerbung - ein gutes Mittel für regionales Marketing sein. Auch mit schmalen Budgets lassen sich per Radiowerbung Bekanntheit als auch Abverkauf steigern.
Die Erhebung “MA Radio” der Arbeitsgemeinschat Media-Analyse befragt regelmäßig Menschen zur Radionutzung. Aktuelles Ergebnis: 93,7 Prozent der Bundesbürger über 14 Jahre gaben an, in den vergangenen 14 Tagen Radio gehört zu haben. Somit gilt das Radio als Tagesbegleiter Nummer eins.
“Mit Radiowerbung können auch kleine und mittelständische Unternehmen ihren Bekanntheitsgrad steigern”, so Klaus Götsch, Inhaber des G-Punkt-Radios in Babenhausen. Durch eine genaue Auswahl der Formates und Radiosenders können die Zielgruppen genau angesteuert werden. Und es gibt auch die Möglichkeit, mit Sonderformen wie Sponsoring zu werben.
Dabei sind die Werbekosten erschwinglich. Der kleinste Teil dabei sind die Produktionskosten. Im lokalen Bereich liegen diese im Durchschnitt bei ca. 500 Euro. Bekannte Stimmen oder auch Sonderwünsche wie eigene Soundlogos kosten extra. Im Gesamtsumme sollten die Produktionskosten im Etat nicht mehr als 10 Prozent ausmachen. Der größte Teil dieser Werbeform sind die Mediakosten. Die Berechnung erfolgt nach Werbesekunde, die je nach Tageszeit, Anzahl der Spots und gewählten Sender extrem varieren können.
Noch ein weiterer Vorteil einer Radiowerbung: Der Zeitfaktor. Bei Bedarf lassen sich Hörfunkspots innerhalb kürzester Zeit produzieren, selbst fast über Nacht ist möglich. Im Normalfall vergehen von der Idee über Produktion, Buchung bis hin zur Schaltung nicht mehr als zehn Tage. Tagesaktuelle Werbung und der schnelle Aufbau einer hohen Reichweite sind somit ein Pluspunkt für das Medium Radiowerbung.
Doch auch bei Hörfunkspots ist es wichtig mit Konzept zu werben. Wie bei allen Marketingmaßnahmen muss sich der Spots in die Kommunikationslinie des Unternehmens einbinden und darf kein eigenständiges, alleinstehendes Werbemittel sein. Die Marke oder Kernaussage des Spots muss sich im Gesamtauftritt des werbenden Unternehmen wiederfinden. Zudem muss die Aufmerksamtkeit des Hörers gewonnen werden. Ungewöhnliche Geräusche sind ein Mittel. Aber die sogenannten Ear-Catcher sollten nicht zu oft eingesetzt werden, um bei dem Hörer nicht Frust statt Interesse zu erwirken. Glaubwürdige Botschaften, die vertrauensvoll vermittelt werden, ist das zweite “Must”, gerade für den Mittelstand.
Telefonnummern oder Adressen bei gerade laufendem Spots zu notieren, das ist eher schwierig. Eine gute Methode ist es aber, die eigene Website anzugeben, die sich einfacher merken läßt.
Wer für sich erstmal die Werbewirkung testen möchte, kann gezielt vor Aktionstagen mit Radiospots werben. Um von den Konsumenten wahrgenommen zu werden, bedarf es einer Schaltung von ca. drei bis fünf Spots pro Tag an drei Tage vor der Aktion, so Thomas Draffehn, Chef der Agentur TD Audio Promotion.
Einen hohen Bekanntsgrad mit einen kleinen Budget kann man per Radiowerbung aufbauen, indem man die Kampagne in nur einem oder wenige Sender platziert. Eine Schaltung in den immer gleichen Zeitschienen sorgt dafür, dass die gleichen Hörer mehrfach mit der Werbebotschaft erreicht werden. Durch diese wiederholte Kontakte steigt der Erinnerungswert.
Besonders lukrativ sind der Radiowerbung die sogenannten “Drive-Times”, also die Zeiten, wo die beruftätigen Pendler von oder zur Arbeitsstelle fahren. Rund 89 Prozent von ihnen hören laut jüngsten Agma-Zahlen Radio. Doch natürlich sind für genau diese Zeiten die Schaltpreise besonders hoch. Klaus Götsch empfieht daher gerade Mittelständlern mit geringem Budget die Schaltungen am Abend. In dieser Zeit hören zwar weniger Menschen Radio, aber laut Aussage von Götsch viel bewusster. Somit werden weniger, aber aufmerksamerer Personen; der Spot bleibt eher hängen.
Um die Bekanntheit eines Unternehmen weiter aufzubauen, können auch Sonderwerbeformen im redaktionellen Umfeld der Programme platziert werden. Dies können Sponsorings einer Servicerubik wie Wetter- und Verkehrsmeldungen sein. Aber auch individuelle Aktionen, in denen der Moderator Produkte vorstellt und diese an die Hörer verlost sind eine interessante Möglichkeit, auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen.
Kurztipps für eine Radiokampagne:
- eine Werbewirksamkeit erreicht ein Spot bei einer Schaltung von drei bis fünf mal pro Tag pro Sender
- bei einmaligen Aktion wie “Tag der offenen Tür” oder Sonderverkäufen sollte drei Tage vor Aktionsstart mit der Schaltung der Spots begonnen werden
- die Spots sollten in den gleichen Zeitschienen geschaltet werden, um die möglichst dieselben Hörer zu erreichen
- Sonderformen wie Sponsoring in Betracht ziehen
- Wichtig: Prägnanten Spots mit hohem Wiedererkennungswert
- Soundlogos oder Ear-Catcher (Geräusche) maßvoll einsetzen
- wenn vorhanden: auf eigene Website verweisen
Ein ganz anderer Aspekt: Radiowerbung läßt sich auch gut crossmedial einsetzen. Eine Kombination mit Onlinewerbung scheint eine interessante Werbemaßnahme der Zukunft zu werden. Rund 20 Prozent der Internet-Nutzer sollen beim Surfen Radio hören. Eine weitere Entwicklung: Auch das Radio erhält Konkurrenz aus dem Internet, Webradios entwickeln sich ständig weiter und ihre Anzahl steigt. Der Vorteil der deutschlandweiten Präsenz bei Internetradiosendern ist für den Werbetreibenden nicht zu unterschätzen.
(Foto: www.pixelio.de)














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