Sie kommen in jeden Briefkasten, auch auf denen steht: Keine Werbung. Und sie werden gelesen: Die kostenlose Stadtmagazine.

2006 lag die Akzeptanz und Nutzung bei den Anzeigenblätter laut Allensbacher-Werbeträger-Analyse stabil auf über 67 Prozent. Was rund um sie selbst passiert, was im Kreis los ist, das scheint immer mehr Leser zu interessieren.

Doch noch liegt das Image von Stadtmagazine unter dem der Tagespresse. Grund dafür ist sicherlich der hohe Anzeigenteil und der relativ niedrige Redaktionsteil von ca. 30 - 40 Prozent. Auch die kostenlose Verteilung wertet das Bild in Richtung Wertigkeit und Nutzungsintensivität für viele ab. Doch das Erscheinungsbild der Stadtmagazine hat sich in den letzten Jahren positiv gewandelt. Die Akzeptanz der Leser und auch der Inserenten steigt.

Ein großer Vorteil: Anzeigenblätter erreichen das gesamte Bevölkerungsspektrum durch alle Altersklassen, schon Leser ab 14 Jahren gehören zu den regelmäßigen Nutzern.
Doch um zu entscheiden, ob das kostenlose Stadtmagazin die richtige Werbeplattform für das eigene Unternehmen ist, gilt es folgende Kriterien zu untersuchen:

  1. Wie bekannt ist das Anzeigenblatt in der Region oder in der Stadt? Gibt es Konkurrenzangebote bzw. Alternativen?
  2. Wie stark ist die Tagespresse in der Region?
  3. Werden die Mediadaten transparent und offen zur Verfügung gestellt? Wie ist die Leserstruktur?
  4. Wie hoch ist die Nutzungsintensivität?
  5. Wie ist das Layout, die Grafik, die Papier- und Druckqualität?
  6. Welchen Anteil hat der Redaktionsteil in dem Stadtmagazin und wie hoch der Anteil der Anzeigen?
  7. Ist ein Lokalcharakter vorhanden?
  8. Werden Sonderseiten angeboten?
  9. Wie hoch ist der Anteil der Anzeigen des direkten Wettbewerbs?

Der Preis richtet sich bei den Magazinen nach regionaler Konkurrenz, der redaktionellen Qualität, Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung, der Auflage und der Kaufkraft in der Region.

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2 Antworten zu “Stadtmagazine erreichen auch Werbeverweigerer - ein wichtiger Faktor für die regionale Werbestrategie”

  1. Jürgen sagt:

    Es gibt da aber auch gravierende Unterschiede zwischen diesen Zeitungen. Das “Schaufenster”, das wir hier Bonn bekommen, ist schon fast zu peinlich, um überhaupt zu existieren. Die schießen sogar in der Hauptüberschrift auf der Titelseite manchmal die größten Böcke. Der redaktionelle Teil ist so gut wie zum Wegwerfen. Wenn nicht gerade mal ein Großereignis ansteht, kommen da nur Themen rein, die bei den Tageszeitungen im Papierkorb gelandet sind. Viele Haushalte hier wehren sich mit einer extra “Kein Schaufenster!!!”-Aufschrift am Briefkasten gegen das Blatt. Dass das überhaupt jemand wirklich aufmerksam liest, kann ich mir da eigentlich nicht denken.

    Aber dann gibt es noch die andere Seite, nämlich der kostenlose EL-Kurier, den meine Eltern im Emsland zweimal bekommen. Das ist ein Ableger der Neuen Osnabrücker Zeitung. Eine Ausgabe erscheint sonntags mit interessanten Lokalmeldungen und sogar einen ausführlichen Sportteil mit Bundesliga-Ergebnissen etc. Da kann man sogar getrost auf WAMS und BAMS verzichten und liest das sogar gerne.

    Also das nur als Beispiel zu dem, was du auch geschrieben hast: Es hängt mit der redaktionellen Qualität zusammen, es steht und fällt sogar damit.

  2. Renate sagt:

    Hallo Jürgen,

    ja, das empfinde ich auch so. In einem schlecht gemachten Stadtmagazin zu werben, kann eher Imageschäden hervorrufen als den Unternehmenserfolg positiv zu fördern. Obwohl man manchmal fragen muss, was ist eigentlich schlecht gemacht. Ich kenne ein Blatt, das empfinde ich als echt schlecht. Anderseits bestätigen mir Kunden, dass sie mit Anzeigen in diesem Magazin gute Erfolge hatten.

    Aber ich denke, in deinem genannten Beispiel “Schaufenster” ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Magazin eingestellt wird, oder? Wenn sich die Haushalte schon vor dem Empfang wehren: Wie will man da noch Anzeigen verkaufen.

    Aber gute Stadtblätter lesen wirklich viele. Auch wenn ein Großteil Werbung ist und der redaktionelle Anteile eher kleiner: Durch die Aufmachung der Werbung in “PR-Anzeigen” ist für viele auch gar nicht ersichtlich, dass es sich nur um reine Werbung handelt. Gerade in kleineren Städten ist es dazu noch interessant zu gucken, was denn dies und jenes Geschäft macht, wo hat was neues eröffnet, wen kennt man davon vielleicht sogar? Ich denke, das ist auch noch ein großer Teil des Erfolges solcher (gut gemachter) Magazine.

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